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Du fühlst dich manchmal „Nicht gut genug“? Dieser Artikel ist für dich.

Um die Qualität meines Blogs voranzutreiben, habe ich beschlossen, mich mit Storytelling zu beschäftigen.
Ich habe ein Buch gekauft und gelesen, Podcasts gehört, einen Online Kurs gebucht und durchgearbeitet.

Innerhalb kürzester Zeit habe ich mir Tools angehäuft, die mir sehr viel beigebracht haben.
Ich glaube ich werde Filme nie mehr so sehen, wie früher.
Der Blick verändert sich einfach, wenn man die Tricks und Kniffe dahinter kennt.

Das ist wie beim Essen.
Wenn man Makronährstoffe kennt und verinnerlicht hat, sieht man Essen nie mehr wie vorher.
Eine Banane ist nie mehr nur eine Banane, sondern auch Kohlenhydrate.
Ein Hühnchen ist nie mehr nur ein Hühnchen, sondern auch Proteine.
Und eine Geburtstagstorte ist nie mehr nur eine Geburtstagstorte, sondern auch Fett und Kohlenhydrate.
Mit allen Vor- und Nachteilen.

Jedenfalls habe ich im letzten Artikel versucht, diese neuen Skills einfließen zu lassen.
Speziell in der Geschichte, in der ich von meiner Bodybuilding Diät erzähle.

Ich habe sie in der Gegenwart geschrieben, Szenen aufgebaut, Einsätze erhöht und alles auf einen Moment zugespitzt.

Versteh mich nicht falsch.
Das ist keine meisterliche Geschichte, wie Fightclub oder Breaking Bad.
Auf keinen Fall. Davon bin ich Lichtjahre entfernt.
Aber sie enthält bereits einige Elemente, die gute Geschichten ausmachen.

Sie wurde jedenfalls um einiges besser, als sie es sonst gewesen wäre.

Aber trotzdem hat irgendwas nicht gepasst und es hat lange gedauert, bis mir klar wurde, was es eigentlich war.

Während ich mich die letzten Male jedesmal gerne und mit Vorfreude zum Schreiben gesetzt habe, musste ich mich diesmal mehr und mehr pushen. Ich musste mich zwingen, damit anzufangen, die Geschichte wieder und wieder zu überarbeiten und den Artikel voranzutreiben.

Der Grund war ganz einfach.

Plötzlich gab es ein Richtig und ein Falsch.
Ein Optimum und ein Ziel, das es zu erreichen galt.
Ein Soll und eine Vergleichbarkeit, an der ich mich orientieren muss.

Und damit ist die Leichtigkeit gestorben.
Die Freiheit.
Der Spaß.

Aber es war noch etwas, das sich verändert hat.
Etwas, das mir erst Tage später klar geworden ist.
Ein Fehler, der in Sport und Ernährung tagtäglich passiert, warum ich ihn jetzt auch mit dir teile.

Ich habe mich selbst aufgegeben.
Meinen Stil, meine Art Geschichten zu erzählen.
Meine Eigenart.

Weil ich dachte, dass ich mehr sein muss. Dass es besser sein muss.
Dass jemand anders besser weiß, wie meine Geschichte zu erzählen ist, als ich selbst.
Auch wenn er es sicher besser weiß, aber darum geht es nicht.

Aus Angst, etwas falsch zu machen, nicht schnell genug, nicht richtig, oder nicht gut genug zu sein, bekam eine andere Meinung mehr Wert, als mein eigenes Gefühl.

Wen wundert es da, dass viele Leute irgendwann ein Problem damit entwickeln, noch auf ihr eigenes Gefühl zu vertrauen.
Auf ihren eigenen Hunger.
Auf ihre eigene Müdigkeit.
Auf ihr eigenes Ja und auf ihr eigenes Nein.

Dieser Perfektionismus dirigiert unser Leben, weil wir glauben, dass unser Kopf, unsere Logik, unser Verstand die Antwort kennt.
Weil wir glauben, dass wir genau wissen, was wir wollen, was gut für uns ist und wie unser Leben aussehen soll.
Wie wir aussehen sollen.
Wie unsere Persönlichkeit sein soll.

Aber guess what.

Du hast die Rechnung ohne deinen Körper gemacht.

Denn darin stecken Emotionen, Gefühle, Wahrnehmungen und Erlebnisse von einer Tiefe, die dein Kopf nicht begreifen kann.

Du kannst nach “in deinem Kopf geltenden Regeln” das beste Leben haben.
Finanziell abgesichert, schöne Wohnung, tolles Auto, sexy & einfühlsamer Partner, die perfekten Kinder, du bist sportlich und attraktiv.
Und du kannst trotzdem unglücklich sein.
Unerfüllt.
Leer.
Suchend.

Weil dieses Ideal vielleicht nicht dein Ideal ist.
Weil das, was für viele gut ist, vielleicht nicht gut für dich ist.
Weil das, wie du gerne wärst, vielleicht nicht das ist, wie du bist.
Weil das, was dein Kopf will, vielleicht nicht das ist, was dein Körper will.

Weiter oben habe ich bereits erwähnt, dass es in Sport und Ernährung oft passiert, dass Menschen sich selbst aufgeben.

Das zeigt sich, indem sie anfangen, Low Carb zu essen, obwohl sie Nudeln lieben.
Das zeigt sich, indem sie Laufen gehen, obwohl ihnen Krafttraining mehr Spaß macht.
Das zeigt sich, indem sie 3 Stunden lang trainieren, obwohl ihnen ihr Körper sagt, dass sie am Ende sind, nur weil ein anderer das auch so macht.

Und diese Selbstaufgabe kann massive Konsequenzen mit sich bringen.
Ich möchte dir noch eine Geschichte dazu erzählen:

Der Preis der Selbstaufgabe

Es ist Mittwochabend und ich gehe mit Stefan durch die nächtlichen Straßen, im Osten von Graz.
Unser Gespräch tut mir unglaublich gut. Wie jedes Mal.
Stefan ist ein faszinierender Mensch.
Ihn interessiert einfach alles und ich habe keine Ahnung, wie er es schafft, aber er kennt sich auch zu allem aus.
Er hört Podcasts, liest Bücher und schaut Videos dazu.
Mehr als sich zeitlich eigentlich ausgehen könnte, wenn man bedenkt, dass er berufstätiger Familienvater ist, der sich auch wirklich mit seinen Kindern beschäftigt, regelmäßig Sport macht und seine Ernährung im Griff hat.
Egal mit welchem Thema ich zu ihm komme, er hat sicher bereits etwas dazu gelesen oder gehört.

Mindset, Business, Sport, Ernährung, Kindererziehung und vieles mehr.
Es gibt kein Thema, zu dem er nichts weiß.

Früher hat Stefan Basketball gespielt, was unweigerlich dazu führte, dass er sich auch für den G.O.A.T. (Greatest of all time) interessiert hat. Er hat Bücher über die „Black Mamba“ gelesen, Interviews geschaut und seine Mentalität studiert. Er hat die Einstellung in sich aufgesogen und mir in vielen abendlichen Spaziergängen davon erzählt.
Die “Black Mamba”.
Kobe Bryant.

Kobe war NBA-Profi und vielleicht der Sportler mit der extremsten Arbeitsmentalität überhaupt.
Sein Training hat Stunden vor den anderen begonnen und Stunden danach aufgehört.

Erfolg ist ein Numbers-Game.
Das war ihm bewusst, weswegen er jeden Gegner “outnumbered” hat.
Mehr Würfe, mehr Stunden, mehr Trainings, mehr Wiederholungen.
Er wollte nichts dem Zufall überlassen.

Sein ganzes Leben war auf ein Ziel ausgerichtet:
Der beste Basketballer der Welt zu werden.

Dieses Numbers-Game ist etwas, das man auch in der Geschichte von Andre Agassi, dem Tennisprofi, findet.
Agassis Biografie “Open” habe ich vor Jahren in einer meiner schlaflosen Nächte gelesen.
Schlaflos, weil Angst und Verzweiflung mich um den Schlaf gebracht haben.
Meine Selbstständigkeit lief damals nicht, was zu finanziellen Problemen führte.
Weswegen ich ein Business Coaching gebucht habe, das versprach, genau dieses Problem zu lösen.

Die präsentierten Lösungen hatten für mich aber einen so manipulativen Beigeschmack, dass ich sie unmöglich mit meiner Integrität vereinbaren konnte.
Wodurch zusätzlich zu den bisherigen Problemen noch die Kosten des Coachings dazu kamen, was meine Angst darüber, wie die Zukunft aussehen wird, noch weiter verstärkte und mich endgültig um den Schlaf brachte.

Ich kann dir nicht sagen, warum ich damals genau dieses Buch in die Hand genommen habe.
Aber es war die perfekte Wahl.

Jedenfalls musste Agassi, angetrieben durch seinen Vater, bereits in jungen Jahren jeden Tag 2.500 Bälle schlagen.
Das ergab 17.500 Bälle pro Woche.
Und somit ~1 Million Bälle pro Jahr.
Sein Vater war der festen Überzeugung, dass ein Kind, das jedes Jahr ~1 Million Bälle schlägt, unmöglich verlieren kann.

Mit 25 Jahren war es dann so weit.
Agassi wurde zur Nummer 1 des Tennissports.

Als er die Nachricht, auf die er sein ganzes Leben lang gewartet hat, erhielt, fühlte er jedoch gar nichts.
Keine Freude.
Keine Erleichterung.
Nichts.

Diese Erkenntnis ließ ihn zusammenbrechen und auf Weltrangliste 141 abstürzen.
Sein Körper spielte nicht mehr mit.

Bei Kobes Geschichte kann man schnell den Eindruck bekommen, dass, wenn die Zahlen nur hoch genug sind, jeder der beste Basketballer der Welt werden könnte.

Aber was hier übersehen wird, ist, dass es Kobe etwas gegeben hat, dieses Leben zu führen.
Er hatte diesen Drang in sich, dem er gefolgt ist.
Damit meine ich nicht, dass es sich immer gut für ihn angefühlt hat. Ganz sicher nicht.
Aber genau das “über seine Grenzen hinausgehen”, hat ihm etwas gegeben.
Irgendwas, das es für ihn wert war, diesen Aufwand dafür zu betreiben.
Es hat sich in Summe gut angefühlt.

Bei Agassi war das anders.
Er hat es gemacht, weil er musste.
Weil ihm sein Leben lang der Traum seines Vaters als sein eigener verkauft wurde.

Er musste Tennisprofi werden, weil sein Vater es so wollte.

Während Kobe sein eigenes Leben, seine eigene Bestimmung gelebt hat, hat Agassi sich selbst aufgegeben.
Er hat die Verbindung zu sich selbst verloren.

Trotz seines Erfolges war er leer.
Ausgelaugt.

Er stürzte ab, begann damit, harte Drogen zu nehmen und setzte sein Leben Kopf voran in den Sand.

Erst als Agassi, durch die Zusammenarbeit mit seinem Fitness Coach, die Verbindung zu seinem Körper, zu seinen Gefühlen, zu seiner Identität wiedergefunden hat, ging es wieder bergauf.
Das gipfelte darin, dass er mit 29 Jahren erneut an der Nummer 1 der Weltrangliste stand.

Diesmal mit Erfüllung.
Mit Freude.

Mit seinem Weg.

Dein eigener Weg

Diesen Sonntag hat unsere Tochter uns nach langer Zeit mal wieder den Gefallen getan und ist früh eingeschlafen.
Alex und ich saßen auf der Couch und hatten endlich mal wieder Zeit nur für uns.

Und die haben wir genutzt.

Um zu streiten.

Ich hab ihr in einem Redeschwall alles an den Kopf geworfen, was nicht passt und wie unser Leben viel besser sein könnte, während sie einfach da sitzt und alles in sich aufsaugt.
Wie immer.

Aber diesmal reichte mir das nicht.
Ich wollte wissen, was in ihr vorgeht, was sie denkt.

Also habe ich sie dazu aufgefordert, ihre Wut mal rauszulassen.
Es war offensichtlich, dass sich etwas in ihr angestaut hat.

Minutenlang passierte gar nichts.

Jeder schaute auf seine Finger, die Gedanken drehten sich und trotzdem war der Kopf leer.

Es war nicht das erste Mal, dass wir so ein Streitgespräch führten.
Aber diesmal sollte das Gespräch anders ausgehen. Davon war ich fest überzeugt.
Also habe ich auch weiter nichts gesagt.

Es arbeitete in ihr und es fiel ihr offensichtlich schwer, mit dem rauszukommen, was sie quält.

“Du sagst mir, wie ich mein Leben führen soll! Ich habe schon Angst, wenn ich mir Zeit nehme, das Bad zu putzen, oder mich vor den Fernseher setze, weil ich dich in meinem Kopf höre, dass ich mir mehr Zeit für meine Hobbys nehmen soll.” brach der Damm plötzlich.

Das saß.
Ich wusste sofort, dass sie recht hatte.

Ich habe angefangen, ihr Tipps zu geben, wie sie ein besseres Leben führen kann.
Wie sie mehr Zeit für Hobbys und Familie bekommt und weniger Zeit für alles andere aufwenden muss.

Mein Ziel war ihr zu helfen, aber ich habe dabei einen entscheidenden Fehler gemacht:

Ich habe sie nicht gefragt, was sie eigentlich will.

Stattdessen habe ich meine Vision eines besseren Lebens einfach über sie gestülpt.

Eine Vision, die sie täglich gequält hat.
Weil es nicht ihre war.

Weil ich sie dazu gezwungen habe, sich selbst aufzugeben, für irgendein Ideal, von dem mein Kopf dachte, dass es so sein muss.

Nicht sie war das Problem in der Gleichung.
Ich war es.

Weil ich genau das, wofür ich in meinem Beruf brenne, zuhause nicht gelebt habe.

Nämlich:
Zerstöre die Ideale.
Werde du selbst.

Ihr Körper hat diese Wahrheit schon lange gespürt, was zu Distanz und Spannungen geführt hat.

Meine Wut war weg und es machte sich Dankbarkeit breit.

Dankbarkeit, dass sie sich der schweren Aufgabe gestellt hat, mir das zu sagen.
Dankbarkeit für die Weisheit ihrer Gefühle.

Diese Dankbarkeit musste ich mit ihr teilen.

Ich sah ihr in die Augen, bedankte mich für diesen Streit, nahm ihr Gesicht in meine Hände und küsste sie.

Raus aus dem Kopf.
Raus aus dem Denken.
Raus aus der Optimierung.

Rein ins Gefühl.


3 Fragen für dich

Was machst du in deinem Leben nur aus dem Grund, weil es dir Spaß macht?
Welche Wahrheit lässt dich dein Körper spüren, die dein Kopf nicht wahrhaben will?
Welche Wünsche oder Persönlichkeitsanteile traust du dich nicht zu zeigen, weil du glaubst, dass sie nicht ok sind?


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